Prof. Dr. med.
Johannes Hierholzer

Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie

Klinikum Ernst-von-Bergmann
Charlottenstrasse 72
14467 Potsdam

Tel.: 0331 – 241 6702
FAX: 0331 – 241 6700
Email: jhierholzer@klinikumevb.de
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Indikation

Die Arbeitsgemeinschaft Interventionelle Radiologie (AGIR) hat im Auftrag der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) für die perkutane Vertebroplastie Indikationen und Kontraindikationen vorgeschlagen, die in die Leitlinien zur Durchführung der perkutanen Vertebroplastie aufgenommen werden:

 

Die Indikationen im Einzelnen:

 

  1. Schmerzhafte, osteoporotische Fraktur
  2. Schmerzhafte, nicht osteoporotische, akut traumatische Fraktur, die nach den derzeit gültigen Kriterien konservativ behandelt werden soll und keine Indikation zur operativen Standardtherapie darstellt ( ein konservativer Therapieversuch über einen der Situation des Patienten angemessenen Zeitraum (in der Regel 3-6 Wochen) soll sich als nicht ausreichend effektiv und /oder unverträglich erwiesen haben.)
  3. Schmerzhafte, Osteolyse bei malignen oder benignen Tumoren ( Hämangiomen,   Plasmozytom, Metastase )
  4. Adjuvante peri - / intraoperative Stabilisierung durch Vertbroplastie im Rahmen operativ stabilisierender Maßnahmen

 

Relative Kontraindikationen:

 

  1. Patienten mit einem Alter unter 60 Jahren, wobei die Altergrenze von der individuellen Situation des Patienten abhängig gemacht werden kann.(Begründet wird dies Einschätzung mit den bisher nur begrenzt verfügbaren Kenntnissen über die Langzeitverträglichkeit der zur Vertebroplastie verwendeten Acrylverbindungen. Anhängig von der Grunderkrankung und der klinischen Situation kann hiervon abgewichen werden.)
  2. Eine Vorwölbung bzw. ein part. oder gar kompletter Verlust der Wirbelkörperhinterkante bedarf der besonderen interdisziplinären Evaluation
  3. Radikuläre Symptomatik im zu therapierendem Segement,außer im Zusammenhang mit dekomprimierenden Maßnahmen.
  4. Tumorausdehnung in den Epiduralraum mit Spinalkanaleinengung
  5. Behandlung von mehr als drei Wirbelkörperhöhen in einer Sitzung.
  6. Manifeste bakterielle Infektion des Patienten
  7. Osteoplastische Metastasen
  8. Bekannte Allergie gegenüber der für die Prozedur notwendige Komponenten

 

Absolute Kontraindikation:

 

  1. Asymptomatische ,stabile Wirbelkörperfraktur
  2. Prophylaktische Vertebroplastie
  3. Therapierefraktäre Koagulopathie oder hämorrhagische Diathese

 

Wirbelsäulenschmerzen,die durch andere Mechanismen ausgelöst werden(z.B. Spondylose, Bandscheibenpathologie, Spondylarthrose etc.) können durch die perkutane Vertebroplastie nicht behandelt werden.

 

Wann macht man Vertebroplastie, wann Kyphoplastie?

 

Bei Patienten mit akutem, erinnerlichem Ereignis und evtl. Hinterkantenbetiligung bevorzugt man unter der Annahme den Wirbelkörper verstärkt wieder aufzurichten und die Leckagen möglichst gering zu halten die Kyphoplastie.
Bei schon „älteren“, nicht erinnerlichen Ereignissen ist bei doch Teilkonsolidierung nicht unbedingt von einer suffizienten Aufrichtung auszugehen und die Vertebroplastie somit zu favorisieren.
 

Quelle: J. Hierholzer et al. - Die perkutane Vertebroplastie - Dtsch Med Wochenschr 2003; 128: 673-676 - Georg Thieme Verlag Stuttgart

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