Prof. Dr. med.
Johannes Hierholzer

Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie

Klinikum Ernst-von-Bergmann
Charlottenstrasse 72
14467 Potsdam

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Klinische Ergebnisse

Die exakte Quantifizierung des Behandlungserfolges einer Schmerztherapie bei Patienten mit Knochenschmerzen ist schwierig und wird in der Literatur üblicherweise durch die Erfassung subjektiver Kriterien (Schmerzempfindung gemäß einer visuellen Analogskala) wie objektiver Kriterien (Medikamentenverbrauch, körperliche Einschränkung) empfohlen (16). Die in dieser Form erzielten klinischen Ergebnisse der VTP sind bei sorgfältiger Auswahl der Patienten übereinstimmend als hervorragend zu bewerten (1, 7). Sowohl bei Patienten mit osteoporotisch wie auch bei tumorbedingten Knochenschmerzen lässt sich unmittelbar im Anschluss an die Intervention Schmerzfreiheit oder eine zumindest deutliche Linderung der Schmerzen in 75-85% der Patienten erzielen (1, 7, 16). Die Datenlage hinsichtlich der mittelfristigen oder langfristigen Ergebnisse der Vertebroplastie basiert überwiegend auf nicht-kontrollierten Monocenter-Studien. Über die größten Fallzahlen berichten Gangi et. al. In einer aktuellen Arbeit, die die Ergebnisse der Arbeitsgruppe aus dem Zeitraum von 1990-2001 zusammenfasst (12). Zwischen 73 und 83% der 628 Patienten mit unterschiedlichen Grunderkrankungen berichten nach perkutaner Vertebroplastie über eine deutliche Linderung der Schmerzen, die über bis zu 10 Jahre anhielt (12). Andere Autoren bestätigen diese Ergebnisse einer schnell einsetzenden und anhaltenden Schmerzlinderung auch über einen mittelfristigen Verlauf (13, 26). Auch wir können diese Ergebnisse aufgrund deren Erfahrungen der von uns behandelten Patienten Bestätigen (16). Komplikationen der VTP werden mit unterschiedlichter Häufigkeit zwischen klinisch relevanten Komplikationen und solchen, die wir als radiologische Komplikationen bezeichnen, wie asymptomatische Zementleckage außerhalb des zu behandelnden Wirbelkörpers z. B. nach paravertebral  aber auch in den Epiduralraum oder in eine angrenzenden Bandscheibe. Die Häufigkeit dieser radiologischen Komplikationen liegt in Abhängigkeit der Methode der Nachkontrolle (Röntgenbild vs. CT) zwischen 10 und 30% (11, 16). Klinisch relevante, also symptomatische Komplikationen sind allerdings mit einer Häufigkeit von selten über 2% beschrieben worden (11, 12). Die spinale Kompression durch Zement mit Ausbildung einer Querschnittssymptomatik, wie in Einzelfällen beschrieben, als schwerwiegendste Komplikation bedarf einer sofortigen chirurgischen Versorgung (7, 12, 15). Als weitere Komplikation wird die Möglichkeit bereits behandelter Wirbelkörper diskutiert, die Fraktur benachbarter Wirbelkörper zu provozieren (4). Während sich diesbezüglich klinische wie auch experimentelle Hinweise häufen, ist ebenfalls bekannt, dass mit einer bereits vorhandenen Fraktur das Risiko der Fraktur benachbarter Wirbelkörper statistisch erhöht ist (5, 4).

Quelle: J. Hierholzer et al. - Die perkutane Vertebroplastie - Dtsch Med Wochenschr 2003; 128: 673-676 - Georg Thieme Verlag Stuttgart

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