Prof. Dr. med.
Johannes Hierholzer

Chefarzt der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie

Klinikum Ernst-von-Bergmann
Charlottenstrasse 72
14467 Potsdam

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Technik

Therapeutisches Prinzip der Vertebroplastie ist die perkutane radiologisch gesteuerte Injektion eines bioverträglichen Knochenzementes (Polymethylmethacrylat, PMMA) zur internen Stabilisierung des Knochens. Die Intervention wird unter Analgosedierung und in Bauchlage bei wachem Patienten durchgeführt. Zunächst erfolgt eine sorgfältige Lokalanästhesie der Haut, der Rückenmuskulatur und insbesondere des Periosts des zu behandelnden Wirbelkörpers. Unter Röntgendurchleuchtung wird dann der Wirbelkörper über den dorsalen transpedikulären Zugang punktiert und die Kanüle unter Zuhilfenahme eines Hammers bis an das ventrale Drittel des Wirbelkörpers vorgeschoben (24). Während des Vorantreibens der Kanüle erfolgt die Lagekontrolle stets durch seitliche und a.p.-Durchleuchtung. Für die Behandlung der unteren BWK und der LWK wird alternativ, für die oberen BWK bzw. der HWK dagegen zwingend der extrapedikuläre Zugang empfohlen.
Hier hat sich der computertomographisch gesteuerte Zugang zum Corpus vertebrae bewährt (11). Vor der Injektion des Knochenzementes wird zunächst eine ossäre Phlebographie angefertigt. Hierzu wird jodhaltiges nicht-ionisches Röntgenkontrastmittel über die Kanüle in den Knochen injiziert. Dies dient der Voraussage des Verteilungsraumes des zu injizierenden Zementes (21). Tritt kein Kontrastmittelaustritt in den Spinalkanal bzw. in große, den Knochen drainierende Venen aus, wird der röntgendichte, im Vergleich zum Kontrastmittel sehr viel viskösere Knochenzement unter Beibehaltung der Position der Kanüle und unter ständiger Röntgenkontrolle im seitlichen Strahlengang in den Wirbelkörper injiziert (Abb. 1).  Die Wertigkeit der Phlebographie ist durchaus umstritten; wir führen sie allerdings unter der Vorstellung der Verringerung der möglichen Komplikationen regelmäßig durch (16,22).
Am Tag nach der Intervention fertigen wir eine Computertomographie des behandelten Wirbelkörpers an, um die Zementverteilung zu dokumentieren (Abb. 2).

Quelle: J. Hierholzer et al. - Die perkutane Vertebroplastie - Dtsch Med Wochenschr 2003; 128: 673-676 - Georg Thieme Verlag Stuttgart

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